MONATSVERS

Dezember 2020

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„Besteht das Fasten nicht darin, dein Brot dem Hungrigen zu brechen, und dass du heimatlose Elende ins Haus führst? Wenn du einen Nackten siehst, dass du ihn bedeckst und dass du dich deinem Nächsten nicht entziehst?“

Jesaja 58,7

Die Bedeutung des Fastens

Im Alten Testament liest man häufig vom Fasten aus verschiedenen Gründen. Im Wesentlichen wurde gefastet um:

• Trauer auszudrücken.

• eine wichtige Entscheidung vor Gott abzulegen.

• sich vor Gott zu demütigen und Buße zu zeigen.

Während des Fastens hat der Betroffene für eine gewisse Zeit nichts gegessen (und nichts getrunken).


Fasten in unserer Zeit

Das Fasten ist seit der Reformation ziemlich in Vergessenheit geraten. Wenn man zur Zeit des Alten Testaments keine Speise zu sich genommen hat, dann hatte man am Tag wesentlich mehr Zeit zur Verfügung, denn das Zubereiten von Essen hat sehr lange gedauert. Wenn wir heute Fasten, sollten wir uns als erstes fragen, welche Bereiche in unserem Leben die meiste Zeit in Anspruch nehmen und uns somit ablenken, uns auf Gott auszurichten. Das ist in den wenigsten Fällen das Essen, denn eine Fertigpizza ist in 15 Minuten heiß. Vielleicht ist für uns mal Netflix-Fasten dran und das für mehrere Tage. Es kann auch sein, dass durch Musikfasten oder das Fasten eines spannenden Romans viel Zeit zur Verfügung steht, in der man sich durch Gebet auf Gott fokussieren kann.


Die Haltung beim Fasten

Jesaja kritisiert die Art und Weise des Fastens in Israel. Denn das Volk hat das Fasten „mechanisch“ abgearbeitet und währenddessen einfach so weiter gemacht wie davor. Auch zur Zeit des Neuen Testaments wurde das Fasten falsch gebraucht. Denn die Pharisäer haben ihr Fasten über die Maßen nach außen getragen, sodass es jeder sehen konnte. Diese Haltung ist ebenfalls nicht richtig. Daher sollten wir immer wieder unsere eigene Herzenseinstellung während des Fastens prüfen.


Wie der Vers uns deutlich zeigt, wünscht sich Gott ein hingegebenes Herz. In Jesaja 58, 7 wird nicht erwähnt, dass wir auf Speisen verzichten sollen. Das Fasten findet nämlich direkt vor unserer Tür statt und es kommt darauf an, ob wir darauf vorbereitet sind und in der entsprechenden Situation richtig handeln. Und wieder geht es um die Prioritäten in unserem Leben. Sind wir bereit, den Hilfsbedürftigen zu helfen, auch wenn wir nach einem langen Arbeitstag gerne auf die Couch wollen? Sind wir bereit, die Menschen in unser schickes Wohnzimmer einzuladen, die nach unseren Vorstellungen ungepflegt und verwahrlost sind und wir Angst haben, dass sie den Teppich schmutzig machen? Auf viele Fastensituationen kann man sich kaum vorbereiten, denn sie laufen uns ungeplant über den Weg. Wir können uns nur durch Gebet und durch den Fokus auf Gott darauf vorbereiten und das gelingt, indem wir etwas für uns Wichtiges für mehr Zeit mit Gott zurückstellen.


Euer Jonas