MONATSVERS

Mai 2021

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Öffne deinen Mund für den Stummen, für das Recht aller Schwachen.

Sprüche 31,8

Liebe Geschwister und Freunde der Gemeinde!

Die Bibel, Gottes Wort ist gefüllt mit Lebenserfahrungen, Ratschlägen und Unterweisungen wie wir uns verhalten sollen, damit unser Leben gut gelingt.
Besonders hoch konzentriert finden wir diese „Weisheiten“ in den Sprüchen. Auch ein König der ein Volk regierte, wie hier im Beispiel der König Lemuel, wurde von seiner erfahrenen Mutter in gewissen Dingen unterwiesen, um seine Regentschaft erfolgreich und in gerechter Weise durchzuführen.

„Tu deinen Mund auf für die Stummen und für die Sache aller, die verlassen sind.“ Das meint: Ja, sei stark. Ja, setz dich durch. Ja, mach den Mund auf. Aber nicht für deine eigenen Interessen. Sondern für – so wörtlich – „die Stummen und für die Sache aller, die verlassen sind“. Die, die verlassen sind – das waren zur alttestamentlichen Zeit die Menschen, die außerhalb fester Familien und Familienclans leben mussten. In einer Gesellschaft ohne staatliches Sozialsystem und einem Rechtsbeistand war das Verurteilung zur lebenslangen Hilflosigkeit.

Die Zeit der Antike, war besonders von Diktatoren und Despoten durchzogen, die Könige und Kaiser regierten mit eiserner Hand, das Volk wurde meistens ungerecht behandelt und ausgebeutet. Durch die Geschichte haben wir aber auch erfahren das solche Könige oft nicht lange regierten. „Rede und schweige nicht!“ „Tritt für die ein, die keine Stimme haben. Beachte die Menschen, die am Rande stehen.“ Das sind weise Ratschläge der Königsmutter an ihren Sohn. „Beherzige meine Worte mein Sohn, dann steht dein Volk hinter dir und du verschaffst dir Frieden“. In Deutschland herrscht kein König, sondern wir leben in einer Demokratie. Demokratie bedeutet, nicht der König regiert, sondern das Volk. Deswegen müssen wir diesen Ratschlag an einen König direkt auf uns anwenden. 

Wo bin ich gefordert? Wo gibt es Menschen, die übersehen werden? Für welche Menschen soll ich mich einsetzen? Dabei geht es nicht darum, sich durch soziales Engagement selbst besser zu fühlen. Sondern um handfeste Hilfe. Nur einen Vers später kommt das nochmal sehr klar zum Ausdruck mit den Worten „tu deinen Mund auf… und schaffe Recht dem Elenden und Armen“.

Gott verleiht also den Stummen eine Stimme. Und zwar unsere – die Stimme von all denen, die sich äußern und Gehör verschaffen können. Das ist der Grund, warum sich Christen seit 2.000 Jahren auf die Seite von Schwachen, Ausgegrenzten und Ausgestoßenen stellen: Weil ihr Gott auch dort steht.

Wofür hat Gott dir deine Stimme gegeben? Deine Stärke? Dein Durchsetzungsvermögen? Wem kannst du heute deine Stimme leihen?

Es grüßt Euch herzlich verbunden Euer Jürgen Mayerl