Reich sein

Liebe Leser!


Es gibt Situationen, in denen ich Gefahr laufe hochmütig und damit auch herablassend gegenüber anderen zu werden. Manchmal meint man irgendetwas besser verstanden oder sich mehr Wohlstand durch mehr Leistung verdient zu haben . Oder man merkt, dass man einem anderen körperlich überlegen ist. Dann macht mir dieser Vers bewusst, dass die Wertvorstellungen, die sich in diesem Moment in meinem Herzen breit machen wollen, nicht Gottes Werte sind. Es ist wesentlich an solchen Stellen immer wieder demütig zu werden.


Er hat die vor der Welt Armen auserwählt, reich im Glauben zu sein. Armut meint hier nicht explizit nur materiellen oder finanziellen Besitz. Arm vor der Welt kann man in vielerlei Hinsichten sein, in denen man bestimmten Normen oder Idealen der Welt nicht entspricht. So kann man vor der Welt arm an Schönheit sein, weil man bestimmten Schönheitsidealen nicht entspricht. Man kann aus der weltlichen Perspektive arm sein, weil man ein bestimmtes intellektuelles Niveau nicht erreicht. Das Gleiche gilt für den sozialen Status, den Ruf, die Kraft, die Begabung und die Fähigkeiten.


Seit dem Sündenfall versuchen wir Menschen richtig und falsch, wertvoll und weniger wertvoll, erstrebenswert und verwerflich neu zu definieren. Wir versuchen uns selbst Wert zu geben und reich zu werden durch das, was in unseren Augen wertvoll ist. Dabei hatte Gott doch über den Menschen schon das Urteil „sehr gut“ abgegeben. Doch aus dem Nebel an menschlichen Irrungen und Wirrungen ruft Gott uns immer wieder zu sich. In der Beziehung zu ihm können wir sowohl der Selbstüberschätzung als auch den Entwertungen dieser Welt entfliehen und uns wieder seinem wahren Zuspruch anvertrauen. Wir wurden geschaffen, um ein Erbe, das er uns bereitet hat, treu für ihn zu verwalten. Wir sind „sehr gut“ von unserem Schöpfer gestaltet, befähigt, beschenkt und versorgt worden. Wir sind, was er uns zuspricht - nicht mehr, aber auch nicht weniger.


Dazu hat er uns am Kreuz von Golgatha seine Liebe gezeigt. Unserem Leben den Wert des Lebens Jesu gegeben. Er hat uns erneut zuerst geliebt, wie schon bei der Erschaffung des Menschen im Garten Eden. Durch Christus spricht er jedem Menschen, der im Glauben das Kreuz aufsucht, erneut das Prädikat „sehr gut“ zu, unabhängig von den Wertigkeiten dieser Welt. In Christus macht Gott uns rein und gerecht. Gott möchte bei uns wieder das Bewusstsein schaffen, dass wir von uns aus arm sind vor ihm, aber über die Maßen reich durch ihn. Gott will keine Menschen, die sich für besonders weise oder klug halten, die sich auf sich selbst und ihren eigenen Zuspruch verlassen. (siehe dazu 1.Korinther 1,26-31)


Worum wir in diesem Leben erfolglos ringen ist „Wert“ durch Reichtum, Sicherheit, Geborgenheit, Anerkennung, Zugehörigkeit oder Ansehen. Doch vor Gott kann sich niemand damit rühmen, dass er Verlorenes zusammenkratzt, das ihm ja doch nicht gehört und auch keinen Bestand hat. Wir müssen umdenken lernen, wenn sich die Ideale der Welt in uns breit machen wollen. Für Gott zählt nur, wer ihn liebt, sich ihm zuwendet und seinen gnädigen Zuspruch annimmt. Wer sich allein wegen dem rühmen kann, was Gott für ihn, an ihm, mit ihm und durch ihn getan hat und tut.


Dieser Vers hat für mich immer zweierlei Auswirkung. Er demütigt mich in meinem Hochmut und er ermutigt mich in meiner Niedergeschlagenheit.


"Er hebt den Geringen aus dem Staub empor, aus dem Schmutz erhöht er den Armen, um ihn unter die Edlen zu setzen; und den Thron der Ehre lässt er sie erben. Denn dem HERRN gehören die Säulen der Erde, und auf sie hat er den Erdkreis gestellt." (1. Samuel 2,8)


Wie heilsam ist es sich in Christus neu verorten zu lassen. Durch ihn dürfen wir uns in Gottes Hand wissen und wirklichen Reichtum haben. Wir glauben, dass Gott uns ein Erbe anvertrauen wird, ewig, unvergänglich, wertvoll.


Euer Simon

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