Herrschaftswechsel und Gnadenzeit

Liebe Leser!

 

Wir leben aktuell in der sogenannten „Gnadenzeit“. Dass Jesus für uns am Kreuz gestorben ist und dieses Erlösungswerk für alle Menschen gilt, die es annehmen, ist uns bewusst. Aber nun wollen wir mal etwas anders über die außergewöhnlichen Taten von Jesus nachdenken. Das gelingt, indem wir eine Parallele zum Alten Testament herstellen und uns zwei ausgewählte Geschichten anschauen:

 

Und es geschah, als Israel (Jakob) in jenem Land wohnte, ging Ruben hin und lag bei Bilha, der Nebenfrau seines Vaters. Und Israel (Jakob) hörte es. (1.Mose 35,22)

 

Diese Tat von Ruben hat anscheinend keine Konsequenz, zumindest so lange nicht, wie Jakob am Leben ist. Aber kurz vor seinem Tod ruft Jakob alle seine Söhne zusammen und verkündet ihnen, was „ihnen begegnen wird“ (vgl. 1.Mose 49,1). Dort lesen wir folgendes über Ruben:

 

Ruben, mein Erstgeborgener bist du, meine Stärke und der Erstling meiner Kraft! Vorrang an Hoheit und Vorrang an Macht! Du bist übergewallt wie das Wasser, du sollst keinen Vorrang haben, denn du hast das Lager deines Vaters bestiegen; da hast du es entweiht. Mein Bett hat er bestiegen. (1.Mose 49,3)

 

Die zweite Begebenheit finden wir in 2.Samuel 16,ff. David ist vor seinem Sohn Absalom auf der Flucht. Dort trifft er auf einen Mann namens Schimi, der ihn vor den Augen und Ohren aller anderen lautstark verflucht:

 

Und so schrie Schimi, als er fluchte: Hinaus, hinaus, du Blutmensch, du Ruchloser! Der Herr hat die ganze Blutschuld am Haus Sauls, an dessen Stelle du König geworden bist, auf dich zurückgebracht, und der Herr hat das Königtum in die Hand deines Sohnes Absalom gegeben! Siehe, jetzt bist du in deinem Unglück, denn ein Blutmensch bist du! (2.Samuel 16,7+8)

 

Erstmal ist es erstaunlich, wie David reagiert, denn nach 2.Samuel 16,10ff. ergreift auch er keine weiteren Maßnahmen und das Fluchen des Schimi hat für ihn keine weiteren Konsequenzen, so lange David am Leben ist. In den letzten Tagen Davids, kurz vor dem Herrschaftswechsel, gibt David seinem Sohn Salomo allerdings genaue Anweisungen, die sowohl Joab als auch Schimi betreffen:

 

„Jetzt aber lass ihn nicht ungestraft, denn du bist ein weiser Mann und wirst erkennen, was du ihm tun sollst. Lass sein graues Haar mit Blut befleckt in den Scheol hinabfahren.“ (1.Könige 2,9)

 

Wir finden in diesen Geschichten folgende Gemeinsamkeit: Sowohl Ruben wie auch Schimi lebten so lange in Gnade, wie Jakob, bzw. David am Leben waren. Das trifft übrigens auch auf Joab zu. Was hat das jetzt mit Jesus zu tun? Wir können nichts anderes tun, als Jesus ehrfürchtig zu loben und ihm zu danken, dass er kurz vor seinem Tod nicht gesagt hat, wie wir für unsere Schuld bestraft werden sollen, denn im Gegensatz zu Jakob und David hat er sie ganz weggenommen.

 

Mehr noch: Weil Jesus auferstanden ist und lebt, dürfen wir in seiner Gnadenzeit leben. Die Konsequenzen unserer Schuld sind nicht an die Lebzeiten von Jesus gebunden, da er auferstanden ist und den Tod überwunden hat! Dank sei Jesus für seinen Gehorsam zum Vater und Dank sei Gott für seine Liebe zu uns!

 

Es grüßt euch herzlich, Jonas

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