Gezügelt

Liebe Leser!


Es ist immer wieder spannend, die verschiedenen Schwerpunkte der Schriften der Bibel zu betrachten. Diese Vielfalt der Offenbarung Gottes hilft uns, der Wahrheit immer wieder einen Schritt näherzukommen.


Durch Jakobus legt Gott viel Wert auf die Erkenntnis, dass Glaube nur dann lebendig ist, wenn man auch auf das setzt und nach dem handelt, wovon man im Glauben überzeugt ist. Zu hören, was die Grundlage des Lebens sein sollte, zu sagen, was das Fundament meines Lebens ist, und was dann tatsächlich als Grundlage und Fundament in meinem Handeln zutage tritt, das sind verschiedene Dinge. Einen Aspekt solcher Selbsttäuschung im Glaubensleben möchte Gottes Wort in diesem Vers aufdecken. Uns soll bewusst werden, dass wir uns selbst betrügen, wenn wir denken Gott zu dienen, aber bereits unsere Zunge von ganz anderem als Gottes Geist beherrscht wird.


Die Zunge ist ein wesentliches Kommunikationsmittel in unseren Beziehungen. Unsere Worte machen einen wichtigen Teil unseres Zusammenlebens aus. Wenn unser Reden nicht in Gottes Sinn ist, wie kann es dann erst unser weiteres Verhalten sein? Im Römerbrief fordert Paulus uns einmal auf, dass wir Gott alle unsere Glieder zur Verfügung stellen sollen, um seiner Gerechtigkeit zu dienen. Wieso nicht heute neu mit unserem Mund anfangen? Oft genug wird unser Reden von unserer alten Natur beherrscht. Unser Partner, die Schwester, der Bruder, die Eltern, die Kinder, die Arbeitskollegen sagen oder machen etwas, und schon nimmt die Sünde in uns die Zügel der Zunge in die Hand. Wem dient sie nun? Jakobus sagt sehr deutlich, dass wir unser Herz betrügen, wenn wir meinen unserem Vater im Himmel zu dienen, aber nicht mal die Zügel unserer Zunge in seine Hand legen.


Bereits in unseren persönlichen Beziehungen hat es weitreichende Folgen, was wir sagen. Leider oft genug destruktive. Worte bergen eine große Kraft, die Andere aufbauen oder niederreißen kann. Wieviel wichtiger ist es in unserer modernen digitalen Welt und in einer so angespannten Zeit, wie jetzt, unsere Worte in den Dienst Gottes zu stellen! Je unsicherer ein Mensch oder eine Situation ist, umso entscheidender wird der Dienst unserer Zunge. Dient sie Gott, indem sie voller Gnade und Güte auferbaut, stabilisiert, ermutigt, Wahrheit verkündet und damit auch auf ihren (unseren) Herrn verweist? Oder ist sie ein Werkzeug des Bösen, das voller Unbarmherzigkeit, Trotz, Bitterkeit, Angst oder Rechthaberei verletzt, verängstigt, verunsichert und entmutigt? Damit verweist sie darauf, dass sie ungezügelt ihren Teil zum Unrecht dieser Welt beiträgt. Vor dem eigenen Herzen bleibt einem dann nur noch der Selbstbetrug, um dies zu erklären oder zu rechtfertigen. Doch das ändert nichts daran, dass dabei unser Zeugnis und unser Dienen vergeblich sind.


Ich bin dankbar, dass wir bei unserem Herrn Gnade finden dürfen, auch für das Wirken unserer Zunge. Ich bin dankbar, dass er mich durch Jakobus ermutigt, ihm die Zügel meiner Zunge immer wieder neu in die Hände zu legen. Heute und in dieser Woche möchte ich wieder bewusster reden und segensreiche Worte sprechen. In meinem Reden soll meine Zunge diese Woche Gottesdienst feiern. Ich würde mich freuen, wenn ich dabei nicht alleine bleibe.


Euer Simon

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